Es war eine sehr bewusste Entscheidung als ich, Edith von Allmen ( Hebamme, Bäuerin, Apothekerhelferin), zusammen mit meinem damaligen Ehemann  (Landwirt und Sozialpädagoge) vor 15 Jahren auf den Bauernhof in die Thuner Abgeschiedenheit zog. Wir wollten unseren drei Töchtern ein Heranwachsen in der Natur, umgeben von «elementaren Ereignissen» ermöglichen. Sie sollten miterleben können wie eine Kuh ihr Kalb zur Welt bringt, aber auch, dass es nach einigen Monaten zur Schlachtbank geführt wird. Sie sollten erfahren, dass jedes Nahrungsmittel  in der Erde gewachsen ist und nicht einfach aus dem Supermarkt kommt.

 

Uns war bewusst,  dass nur die  Bewirtschaftung des Hofes, der Familie kaum eine rosige Zukunft bieten würde. Deshalb gründeten wir 2001 die Arbeits- und Lebensgemeinschaft (ALG), Hof Bühlmatt, mit drei Arbeits- und Wohnplätzen für Menschen mit psychischer und/oder geistiger Beeinträchtigung.

 

Seither bietet uns der Landwirtschaftsbetrieb, Hof Bühlmatt, das Fundament und die Infrastruktur für unser Leben. Er wird nach den Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Wir sorgen für die Tiere, den Garten, die Obstbäume und den Wald. Zusätzlich verkaufen wir Fleisch aus Mutterkuhhaltung – vorallem aber bieten wir den Menschen  mit Beeinträchtigung ein Zuhause und einen strukturierten Tag an.

Wichtig sind für uns auch die Aussenkontakte der Bewohner. Wir heissen Eltern, Angehörige und Versorger als Partner willkommen und beziehen sie in unsere Arbeit mit ein.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen im Zentrum des Geschehens.

 

Leider hat unsere Ehe der engen, intensiven Zusammenarbeit nicht standgehalten.  Seit Anfang 2014 führe ich den Hof und die ALG mit tatkräftiger Unterstützung von meinem Co Leiter Stefan Moser (Sozialpädagoge) und unserer Mitarbeiterin Cécile Hartmann weiter.